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Lyme Borreliose – diagnostische und therapeutische Schwierigkeiten

Text: LEK. MED. KRZYSZTOF BŁECHA | Foto (Header): © Smileus – stock.adobe.com

In diesem Artikel werden folgende Fragen beantwortet:

  • Was sind die Symptome der einzelnen Stadien nach einem Zeckenstich?
  • Welche Faktoren erschweren die Diagnose einer Lyme-Borreliose?
  • Wie kann man auf natürliche Weise die Behandlung der Lyme-Borreliose unterstützen?

Bei der Lyme-Borreliose stehen wir vor einem großen diagnostischen und therapeutischen Problem und die Therapie wirft viele Kontroversen auf. Neben der klassischen Antibiotikatherapie können pflanzliche Produkte unterstützend eingesetzt werden. Dieser Artikel stellt Ihnen heute einen wichtigen Aspekt der Differentialdiagnose vor, der bisher vernachlässigt wird.

Die Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit durch Zecken, die mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi infiziert sind. 80% der Neuerkrankungen treten im Juni und Juli auf. Durch den Stich dieses Insekts dringt der Erreger in den Körper ein und gelangt aufgrund seiner Struktur leicht in das Gewebe und den Blutkreislauf.

DIE SYMPTOME DER BORRELIOSE

1.    Stadium I – Die Frühborreliose

Diese Periode ist durch grippeähnliche Symptome gekennzeichnet. Ungefähr sieben Tage nach dem Zeckenstrich tritt die Wanderröte auf. Anfänglich handelt es sich um einen rötlichen Fleck, der schnell an Umfang zunimmt (die Ränder sind klar abgegrenzt). Es entsteht eine Ringform, die in der Mitte meist hell ist (kann aber auch gleichmäßig gefärbt sein) und in der Regeln einen Durchmesser von min. 5 cm hat. Die Wanderröte ist schmerzfrei und nicht invasiv. Selten tritt im Frühstadium das Borrelien-Lymphozytom auf. Hierbei handelt es sich um eine schmerzlose, rot-blaue Beule, die sich am häufigsten am Ohr, an der Brustwarze oder am Hodensack befindet.

Bei Patienten, die nicht mit Antibiotika behandelt werden, verschwinden die Symptome innerhalb von 4 bis 12 Wochen. Einige können mehrere Jahre anhalten oder chronische Formen entwickeln (diese können auch das erste und einzige Symptom einer Lyme-Borreliose sein, z. B. Arthritis).

Krankheitszeichen:

    • Grippeähnliche Symptome
    • Abgeschlagenheit, übermäßige Müdigkeit
    • Übersteigerte und ungewöhnliche Reizbarkeit
    • Schmerzende Muskeln und Glieder
    • Rötung im Bereich des Stichs – “Wanderröte”
    • Die Lymphknoten in Stichnähe sind geschwollen

2.    Stadium II – Das frühe disseminierte Stadium

Diese Phase kann sich über einige Wochen bis hin zu einigen Monaten nach der Infektion erstrecken und umfasst z. B. auch Arthritis, Myositis und Entzündungen des Nervensystems. Die Entzündungen betreffen normalerweise ein, manchmal einige (wenige) große Gelenke (Knie, Knöchel, Elle) – typischerweise ohne eine erhöhte systemische Entzündungsreaktion, trotz der üblichen Ansammlung von Exsudat in der Gelenkhöhle. Gelenkschmerzen sind durch wiederkehrende Exazerbationen (von mehreren Tagen bis zu mehreren Wochen) gekennzeichnet, wobei sie mit der Zeit seltener, kürzer und weniger schmerzhaft auftreten.
Unbehandelt kann die Borreliose zu chronischen Entzündungen führen. Die Krankheit sollte sich von der rheumatoiden Arthritis unterscheiden, bei der Beschwerden symmetrisch in den kleinen Gelenken auftreten. Auch von rheumatischem Fieber mit seinen allgemeinen Entzündungssymptomen ist sie abzugrenzen. Myokarditis betrifft etwa 5% der Patienten mit Lyme-Borreliose. Eine plötzliche atrioventrikuläre Blockade oder andere Leitungs- und Rhythmusstörungen treten normalerweise zusammen mit den Gelenksymptomen und neurologischen Symptomen auf.

Die durch Borrelia garinii verursachte Neuroborreliose schädigt die Nervenzellen und führt zu deren Nekrose. Das zentrale und das periphere Nervensystem sind auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig oder nacheinander betroffen. Die Entzündung der Hirnnerven (Lähmung oder Parese), meistens des Gesichtsnervs, kann bilateral sein. In diesem Stadium sollte sich die Lyme-Borreliose von der Neutropenie, insbesondere der sensorischen, unterscheiden.

Krankheitszeichen:

    • Lähmungen der Gesichtsnerven
    • Entzündungen der Nerven
    • Nervenschmerzen, die nicht oder kaum auf Schmerzmittel ansprechen
    • Rötungen, die teilweise über den ganzen Körper verteilt sind
    • Schwellungen der Gelenke
    • Beeinträchtigung des Bewegungsapparates
    • Beeinträchtigung der Psyche und der kognitiven Fähigkeiten

3.    Stadium III – Das Spätstadium

Dieses Stadium kann diagnostiziert werden, wenn die Symptome länger als 12 Monate andauern. Es umfasst eine chronische Hautentzündung (Acrodermatitis chronica atrophicans), Lyme-Arthritis oder Neuroborreliose. Die rot-blauen, meist asymmetrischen Hautveränderungen der Extremitäten treten einige Jahre nach der Infektion auf. Zunächst sind sie durch eine entzündliche Schwellung gekennzeichnet und gehen dann mit einer Hautatrophie einher (dünne Haut mit purpurfarbenen Verfärbungen, haarlos). Oft sind die Symptome von Schmerzen in den umliegenden Gelenken und Parästhesien begleitet.

Die Differenzierung besteht unter anderem in der Durchführung histologischer Untersuchungen. Chronische Arthritis (selten dauerhafte Schädigung) ist eine leichte Entzündung der Muskeln, Schleimbeutel oder Sehnen. Chronische Neuroborreliose kann sich durch Entzündung der Nervenwurzeln und peripheren Nerven, periphere Polyneuropathie, chronische Enzephalomyelitis und Rückenmarksentzündung manifestieren. Es wird empfohlen einen Test der Cerebrospinalflüssigkeit, auf das Vorhandensein von Antikörpern, durchzuführen.

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Über den Autor:

LEK. MED. KRZYSZTOF BŁECHA

Internist und Facharzt für medizinische Rehabilitation
Zentrum der Kräuterkunde von Pater Grzegorz Sroka

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Die medizinischen Erkenntnisse entwickeln sich immer weiter. Die Inhalte dieses Beitrags wurden sorgfältig geprüft und nach bestem Wissen erstellt, sodass die Angaben dem derzeitigen Kenntnisstand entsprechen.  Insbesondere bei Angaben zu den Arzneimitteln muss vor der Verordnung bzw. Verabreichung trotzdem Indikation, Applikationsform und Dosierung geprüft werden. Es kann keinerlei Gewähr für die Korrektheit, Vollständigkeit, Aktualität oder Qualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit und Allgemeingültigkeit erhoben. Für die richtige Anwendung der Informationen und Hinweise hat der Anwender selbst Sorge zu Tragen.

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